Oberbürgermeister
Thomas Geisel
 


"Das Jugendzentrum PULS bietet dank attraktiver Angebote und eines engagierten Teams eine bewährte und feste Anlaufstelle für lesbische und schwule Jugendliche in Düsseldorf. Die Einrichtung wird ausgesprochen gut angenommen und ist eben nicht nur Rückzugsraum, sondern auch Ausgangspunkt für zahlreiche gemeinsame Aktivitäten in Düsseldorf und der Region.

Ich halte es für wichtig, dass wir in Düsseldorf das Jugendzentrum PULS haben und als Stadt dessen beeindruckende Arbeit fördern. Das nützt den Jugendlichen und spricht für die tolerante Atmosphäre in Düsseldorf.“


Thomas Geisel

PULS Düsseldorf - Meine Geschichte

PULS - das war der Name den wir im Endeffekt tragen sollten. Was dieser Name eines Tages für mich bedeuten und symbolisieren sollte war mir, als ich vor ca. 4 Montan den bisher schwersten und wahrscheinlich mutigsten Schritt meines Lebens ging, vollkommen unklar. War ich mir doch seit längerem meiner Sexualität bewusst, dachte ich bisher nie daran diese auch im Alltag auszuleben. Wörter wie "Outing" oder "out" waren weit weg, eigentlich total unwirklich.

Eines Freitagabends saß ich dann allerdings vor meinem Laptop und dachte: "Eigentlich doch schade! Schaust du mal nach ob und was es so in der Region gibt!". Nach längerer Suche und mehreren 40+Kreisen (nicht abwertend gemeint) drohte ich fast die Hoffnung aufzugeben bis ich durch Zufall auf die Seite der Schwul-Lesbischen-Jugendarbeit-Düsseldorf, kurz SLJD, stieß. Es wirkte alles sehr einladend und ich dachte mir, dass es doch definitiv ein Versuch wert sei. So weit, so gut!

Klickte ich dann das Kontaktformular an ging es nun daran einen ersten Kontakt herzustellen. Leichter gesagt als getan denn ließ ich ganz außer Acht, dass ich gerade den Schritt in ein neues Leben, hin zu meinem wahren Ich wagen würde. Mit zittrigen und verschwitzten Fingern gelang es mir schließlich nach langem Zögern den Send-Button zu klicken. Das war’s! Mein allererstes Outing - ab jetzt wird vieles anders. Und das wurde es...

Eine Woche voller Aufregung, Neugier und nervösem Zittern später kam dann der Tag. Mein erster Mädelsabend im zeTT (Jugendinformationszentrum in D-Dorf und momentaner Aufenthaltsort der PULS-Mädelsgruppe), mein erster Kontakt zur „Szene“.

Teils überrascht von den Leuten die ich kennenlernte wurde ich herzlich empfangen und am Ende des Abends war mir dann klar, dass das nicht mein letzter Besuch hier gewesen sein sollte. Als nächstes standen die Weihnachtsferien an und es würde einige Wochen dauern bis ich alle wiedersehe. Ich hatte viel Zeit nachzudenken und ich nutzte die Zeit um mir bewusst zu werden was ich will und welchen Weg ich gehen möchte. Kurz nach dem Jahreswechsel standen dann die nächsten Aktionen mit den Mädels an. Eislaufen! Das war ein Spaß :) Ich wachte am nächsten Morgen mit mittelschweren Schmerzen im oberen Gesäßbereich auf - hatte das Eis ein wenig zu häufig geknutscht – und beschloss prompt mich bei meinen Eltern zu outen. Bedenkt man die Tatsache, dass ich zu diesem Zeitpunkt erst drei Wochen das Jugendzentrum besuchte, war die ganze Aktion schon ziemlich zügig und spontan.

Nachdem die Querelen des ersten richtigen Outings hinter mir lagen und mit den Eltern grob geklärt war wo genau ich mich wöchentlich zu bestimmten Zeiten aufhalte und was ich dort tue konnte nun für mich die Zeit im bisher noch namenlosen Jugendzentrum richtig losgehen. Nach einem kurz auf mein Outing folgenden Outing-Kuchen sowie einer Glückwunschkarte unserer "PULS-Mami Jana" folgten viele schöne und spannende Nachmittage und Wochenenden im zeTT oder mit den Mädels von denen viele mit der Zeit zu wirklich guten Freunden wurden.

Wir verbrachten unsere Tage in entspannten und lustigen Gesprächen mit reichlich Tee und Kuchen oder bei chilligen Filmabend mit Bergen von Popcorn. Wir trafen uns gemeinsam um diverse Partys unsicher zu machen und schafften es trotz mancher durchzechter Nächte sogar noch mehr oder wenig Produktives in diversen wochenendlichen Workshops zur Namens- und Logofindung zu leisten - waren die Augen teilweise doch kaum noch erkennbar. Es wurde gemeinsam Karneval gefeiert und Aktionen für den folgenden Sommer geplant. Es standen auch interessante Termine wie Lesungen in anderen Jule-NRW-Jugendzentren oder auch die gemeinsame Besichtigung der neuen Räume an. Gerade die neuen Räume stießen auf allseitige Begeisterung und natürlich kann keiner den Startschuss zum Regale aufbauen nach dem geplanten, gemeinsamen IKEA-Shoppingtag sowie die Streichaktion mehr abwarten. Kanutouren, deutschlandweite CSD-Besuche, Partys und andere regionale Veranstaltungen stehen auf dem Programm – natürlich nicht zu vergessen die große Puls-Eröffnungsparty mit allem und jedem der sich in Düsseldorf für unsere Angelegenheiten engagiert. Viele von den Mädels besuchen das PULS regelmäßig um eine Gemeinschaft, einen etwas anderen Freundeskreis zu haben. Manche haben die für einen wahrscheinlich perfekten Sommer nötigen Frühlingsgefühle gefunden. Viele haben wahrscheinlich Freunde fürs Leben gefunden.

Im PULS habe ich persönlich genau das gefunden - Ansprechpartner, eine Gemeinschaft und Freunde. Ohne eine Einrichtung wie diese würde ich heute sehr wahrscheinlich immer noch ein großen Teil meines Ichs verleugnen oder unterdrücken. Ich wage zu behaupten, dass der folgende Sommer, das folgende Jahr eines der schönsten und aufregendsten meines bisherigen Lebens wird und freue mich einfach nur riesig auf das, was mich im und um das PULS herum erwarten wird, ist es doch für mich zu einem Stück „zu Hause“ geworden…

Mitmachen lohnt sich also! :)

Mein erster Tag im Puls

Hi, ich bin Lilly, 23 Jahre alt und berichte heute von meinem ersten Tag im Jugendzentrum "Puls"

Ich hatte im Internet nach Möglichkeiten gesucht, Kontakt zu anderen Homosexuellen aufzunehmen. Über das Jugendzentrum in Aachen erfuhr ich, dass es seit einigen Monaten das Puls in Düsseldorf gibt. Ich habe nicht lange gewartet und bin direkt hingefahren.

Ich war zwar ein wenig aufgeregt vor dem Besuch, doch die Aufregung verflog sehr schnell, als ich die Tür zum Puls öffnete. "Hallo und herzlich Willkommen im Puls!" das war das Erste, was mir um die Ohren flog, als ich ins Puls kam. (:

Der Empfang war sehr herzlich und ich habe mich vom ersten Augenblick an sehr wohlgefühlt. Die Mädels, die ich an diesem Tag kennen gelernt habe waren sehr offen, stürmten direkt auf mich zu und haben sich mir freundlich vorgestellt. Auch die Betreuerin Jana war mit von der Partie, die auf mich ebenfalls einen sehr netten Eindruck machte.

Nachdem ich kurz erzählt hatte, wer ich bin und wie ich auf das Puls aufmerksam geworden bin, boten mir die Mädels eine kleine Führung durch das Jugendzentrum an. Sie zeigten mir alle Räume, wo ich Informationsmaterial finden kann (z.B. Flyer/ Broschüren etc.) und ich hatte Zeit mich selbst umzuschauen.

Das Puls ist sehr gemütlich eingerichtet. Ich entdeckte eine kleine, schön beleuchtete Bar, einen Kicker und ein paar lieb dekorierte Tische. Besonders gefiel mir die Sofaecke, in der man wunderbar relaxen kann. Einige Mädchen saßen dort zusammen, spielten Spiele und tranken Kaffee. Ich setzte mich spontan dazu und quatschte mit den Mädels über alles mögliche. Es war sehr schön, auf Anhieb neue Kontakte knüpfen zu können. Ich konnte mich auch darüber informieren, wann und wie ich einen Beratungstermin vereinbaren kann, wenn ich Lust habe mich mit der Betreuung über etwas zu unterhalten.

Ich blieb bis zum Ende und wurde dann sogar noch von den Mädels eingeladen nach dem Puls etwas trinken zu gehen.

Fazit meines ersten Tages im Puls: tolle Mädels, tolle Betreuung und tolle Atmosphäre!

Lilly, 23 Jahre