Herzlich Willkommen bei PULS
Oberbürgermeister
Thomas Geisel
 


"Das Jugendzentrum PULS bietet dank attraktiver Angebote und eines engagierten Teams eine bewährte und feste Anlaufstelle für lesbische und schwule Jugendliche in Düsseldorf. Die Einrichtung wird ausgesprochen gut angenommen und ist eben nicht nur Rückzugsraum, sondern auch Ausgangspunkt für zahlreiche gemeinsame Aktivitäten in Düsseldorf und der Region.

Ich halte es für wichtig, dass wir in Düsseldorf das Jugendzentrum PULS haben und als Stadt dessen beeindruckende Arbeit fördern. Das nützt den Jugendlichen und spricht für die tolerante Atmosphäre in Düsseldorf.“


Thomas Geisel

Poetry-Slam-Predigt zum CSD Gottesdienst 2016 von PULS-Kathi

Ich denke einige von euch hatten es schwerer andere leichter mit ihrer Sexualität umzugehen. Was mich aber am meisten gestört hat, war der Satz “Das bist nicht du, das ist nur eine paradoxe Phasenzeit der Pubertät”.
Phänomenal fand ich jedoch, das ich persönlich noch nie so sehr ich war wie mit der Akzeptanz meiner Sexualität. Und genau aus diesem Grund, heißt mein Text auch Du.

Du. Du kannst mir wehtun und das mit Leichtigkeit. Du kannst laut schreien, bei jeder Kleinigkeit.
Du kannst mich versteinern und dafür reicht nur ein Blick.
Du kannst mein Herz zerbrechen und meine Wunden öffnen. Weil du du bist und ich ich bin.
Du kannst mich manchmal total nerven so sehr, dass ich dir am liebsten die Koffer packen würde. Weil du mich zur Weißglut bringen kannst und mein Herz zum bluten. Weil du du bist und ich ich bin. Alles in einem bist du aber nicht so scheiße, weil du da bist wenn ich innerlich zerreiße und völlig vereise Weil du Tränen räumst und lächeln schaffst. Mein Kartenhaus wieder zusammen baust.


Du bist gut so wie du bist. Nicht zu fett. nicht zu scheiße, nicht zu nett. Aber vor allem bist du da wenn alle anderen gehen. Ja dann bleibst du bei mir stehen, das eigene selbst kann nämlich erst mit dem Tod vergehen. Und auch wenn ich dich manchmal so sehr hasse mit deiner billigen Masche bin ich dankbar, dass du bei mir bleibst und zu meiner inneren Stimme und als Anker meiner Seele wirst und sich Stille nicht mehr schlimm anhört.

Du bist nämlich ich und ich bin du und zusammen können wir gemeinsam zweisam sein, wenn einsam sein zu leicht erscheint. Ich glaube man selbst ist sich zu oft der eigene Feind. Anstatt mit allen Seiten zusammen gereimt in einem vereint, schwimmen die Einzelteile der Seele zu oft verteilt in einem großem See aus Unzufriedenheit.
Und an dieser Stelle muss man sich eigentlich selbst an die Nase fassen und das Herz einfach mal machen lassen, anstatt mit sich selbst und seinen Liebenden und Feinden im stets Unreinen zu bleiben. Denn liebe ist das was bleibt.


Sie ist das was uns vereint. Und wenn man sich jetzt denkt was hat die sich da kitschiges zusammen gereimt ist das okay, aber wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, kann man es fühlen.
Ob Eigenliebe oder Nächstenliebe, sie ist das was uns zusammenhält, wenn alles um uns herum zerfällt. Die Trümmer unserer Seele mit Tesa wieder zusammen getaped.
Denn wir Menschen sind egal wie oft wir uns auch wie Tote fühlen, wenn wir in unseren Trümmern wühlen noch immer menschlich.
Wir haben vielleicht unterschiedliche Farben und Narben und Sprachen aber wir alle haben schon einmal geliebt und das haben wir gemeinsam.

 

Und dieser Text liegt mir so sehr auf der Seele, dass ich hoffe, das er euch ein bisschen berührt und das wenn ihr nach Hause geht dieses Gefühl nicht vergehen lässt, sondern mitnimmt und es an eure neuerbaute  Mauer aus Zufriedenheit taped, bis der See aus Unzufriedenheit verjährt und fruchtbar ist für die Schönehit des Lebens.

Ihr lieben - ob lesbisch, bi, schwul, trans, queer oder hetero ihr seid alle Menschen die einen anderen Menschen lieben, und Liebe unterscheidet nicht.

Genauso wie ihr seid, seid ihr richtig.

Seid treu zu euch selbst und lasst euch selbst niemals alleine im Regen stehen. Egal wie hart eure Zeit vielleicht war oder vielleicht wird, sie öffnet euch die Wege zu eurem selbst. Liebt also wen immer ihr wollt, Hauptsache ihr liebt.

Coming Out-Stories... PULS-Stories... wie spannend! Und alle so unterschiedlich!!!

Danke an alle Jungs und Mädels für Eure persönlichen Texte!

Einfach Überschriften anklicken und loslesen!

Marc (19): "Ich bin schwul"

Mein Name ist Marc und ich bin 19 Jahre alt.  Ich möchte euch etwas über mich erzählen.

Mit 14 Jahren habe ich mich in einen Jungen verliebt.  Ich dachte zuerst, dass ich einen Knall habe und mir gesagt: „Ich bin KEIN normaler Mensch mehr.“ Ich habe viel an diesen Jungen nachgedacht und über mein Leben.  Als ich mir dann eingestand, dass ich in ihn verliebt war, war ich glücklicher als zuvor.

Nach einigen Monaten fragte er mich, ob ich Lust hätte mit ihm zusammen auf eine Party im Dorf zu gehen. Ich sagte: „ Ja, Klar!“. Ich habe mich wie ein kleines Kind gefreut.  Am Ende der Party fragte er mich, ob ich bei Ihm übernachten möchte und ich freute mich natürlich und sagte sofort zu. Doch irgendwie fühlte ich mich unwohl, weil ich in Ihn verliebt war und Ihn unbedingt küssen wollte. Er meinte, ich könnte mit Ihm im selben Bett schlafen. Irgenwann überkam mich die Lust und ich gab ihm einen Kuss auf den  Mund.

Da stand er plötzlich auf und verließ das Zimmer. Als er wiederkam, sagte er, ich solle sein Haus verlassen.

Nach ungefähr 3 Wochen rief er mich an und fragte ob ich heute Abend Zeit hätte. Ich sagte ja und dachte mir nichts Schlimmes dabei. Als wir uns trafen, boxte er mir in den Bauch und drohte, dass er mich umbringen würde, wenn ich ihm noch einmal über dem Weg laufen würde.

Da wurde mir bewusst. ICH BIN SCHWUL.

Mit 16 Jahren outete ich mich dann vor meiner Klasse. Ich hatte sehr Angst, was im Nachhinein unbegründet war, weil alle geklatsch und mich trotzdem akzeptiert und respektiert hatten.

Das war bei meinen Eltern nicht der Fall. Sie haben mich nicht verstanden, nicht akzeptiert und am Ende aus dem Elternhaus rausgeschmissen!

Trotz dem bin ich STOLZ SCHWUL zu sein.

Am 23.02.2015 bin ich dann nach Düsseldorf gezogen. Ich hatte totale Langeweile und habe im Internet nach homosexuellen Einrichtungen gesucht. Dabei habe ich das Jugendzentrum PULS entdeckt. Als ich das erste Mal dorthin gekommen bin, hatte ich sehr viel Angst.

Jetzt bin ich aber im PULS angekommen und gehe sehr gerne dort hin. Ich habe sehr viele Kontakte geknüpft!

Ich möchte mich gerne nochmal recht herzlich bei Jan bedanken. Er hat mir sehr geholfen und mir immer zugehört. Wenn ihr Probleme habt, geht einfach zu den Mitarbeitern vom Jugendzentrum PULS. Die helfen euch weiter!!

Mohammed (17): Erzählt von seiner muslimischen Familie und seinen Freiheiten im PULS

Ich bin Moslem und bin in einer traditionellen islamischen Familie aufgewachsen, was die Sache nicht so leicht macht. Meine Familie ist mir sehr wichtig und ich habe große Angst ausgeschlossen zu werden und sie zu verlieren. Ich traute mich mit niemandem über meine Gefühle zu reden und bin im Internet auf das PULS aufmerksam geworden.

Anfangs war ich ziemlich schüchtern und dann hatte ich mit einem Betreuer ein langes Gespräch, ziemlich lang und ich fühlte mich das erste Mal ‚frei‘. Frei im Sinne von, ich kann offen sagen was ich denke und fühle und muss mich nicht verstecken.

PULS gibt mir einen Schutzraum, den ich in meinem Leben noch nie hatte. Und so komme ich immer öfter ins PULS und lerne viele andere Jugendliche und teilweise eben auch muslimische Jugendliche kennen, mit denen ich mich austauschen kann. Mit vielen Aktionen ist das PULS immer interessant. Wenn immer ich das Bedürfnis habe mit jemanden über das, was mir gerade durch den Kopf geht zu sprechen, gibt es eine Person die mir zuhört und Rat gibt.

Ich möchte euch muslimische Jungs und alle anderen, dazu motivieren, ins PULS zu gehen. Ja ich weiß, es ist unheimlich hart nicht nur daran vorbeizulaufen sondern auch hineinzugehen … aus Angst erkannt zu werden und von Freunden/Familie verstoßen zu werden. Ich hab’s geschafft, ihr könnt es auch!

Ich wünschte, ich wäre schon viel eher ins PULS gegangen :-)

An dieser Stelle großen Dank an das Team :) Danke für das Lesen meiner Story. Mohammed.

Ich bin nun so glücklich

Ich war wohl ungefähr 15 oder 16 Jahre alt, als ich zum ersten Mal auf den Gedanken kam, dass ich schwul sein könnte. Das war ein Gedanke der nur schleichend aber immerhin sehr sicher näher rückte. Wahrscheinlich hätte ich mir darüber so schnell auch noch keine Gedanken gemacht, wenn nicht alle anderen Jungs aus meinem Freundes- und Schulkreis plötzlich anfingen über Mädchen zu reden. Erst waren es zwei, drei Jungs die sich dann eben für Mädchen interessierten und ihre Freizeit mit ihnen verbrachten. Nur nach und nach waren es alle und ich fühlte mich alleine. Ich hatte keine Freundin und alle sagten zu mir „na bist du schwul“ und ich hab natürlich immer nein gesagt und sogar erzählt, dass ich eine Freundin hätte, damit ich nicht gemobbt werde, dass hat leider aber nicht geholfen. Ich wartete, wartete ewig bis es mich auch erfassen würde. Nur dieser Moment kam nie und ich hab ebenso nie verstanden was ich falsch machte?!

Irgendwann war für mich war klar, dass ich Schwul bin, aber ich habe auf dem Land gewohnt und kannte keinen der schwul war. Ich hatte kein Internet, so dass ich nicht auf dbna, Facbook usw. sein konnte - das war eine schwierige Zeit für mich.  

Langsam fingen auch meine Pflegeeltern mit den Fragen an… Natürlich habe ich nicht das Geringste von dem was mich bedrückte preisgegeben und fraß es stattdessen noch immer tiefer in mich hinein, obwohl ich mir mittlerweile vollkommen im Klaren darüber war, dass sich meine sexuelle Neigung nicht mehr ändern würde. Ich hatte immer Fantasien nach Jungen, aber wie sollte ich das meinen Eltern nur sagen? Ich bin zum Entschluss gekommen, mich auf dem Land nicht zu outen.
Das Problem war nur, dass ich nicht schwul sein wollte…ich werte mich mit aller Kraft, mich zu Quten.

Im September 2013 war ich 17 Jahre alt und zog nach  Düsseldorf. Etwa ein Monat später saß ich im Büro von den Erziehern, dort haben wir über Beziehungen gesprochen, da platzte es plötzlich aus mir heraus ich homosexuell bin. Viele haben angefangen darüber  herzuziehen. Und ich konnte es nicht länger zurückhalten, die Tränen, diese Probleme und vor allem die ganzen Ängste wollten aus mir heraus.

Das war also mein Coming-Out. Es war ein so harter und schwerer Weg dort hin, aber es hat so gut getan, ich konnte damit umgehen und musste es nicht mehr geheim hallten. Auch in der Schule hatte ich dann letzten Endes eine andere Art damit umzugehen und trat viel selbstsicherer und selbstbewusster auf, als noch ein Jahr zuvor. Es hat jeder so hingenommen und heute ärgern sie mich nur noch manchmal damit und möchten mich aufziehen.

 

Was würde ich ohne das PULS nur machen, die haben mich erst so weit gebracht, dass ich mich heute sogar für Homosexuelle in der Politik einsetze und anderen dabei helfe sich bei den Eltern zu outen. Ich hätte nie für möglich gehallten, dass ich mal soweit komme. Ich habe viele Freunde kennengelernt und freue mich einfach Gleichgesinnte zu treffen. Ich bin nun so glücklich, dass es so ist wie es ist und bin heute sehr stolz darauf Männer zu lieben und das auch zugeben zu können.Ich hoffe euch hat die Geschichte bewegt und ihr werdet euch bei eurem Outing auch so gut fühlen wie ich mich.

Eingeschüchtert und Verklemmt...

Erstmal vorab! Das PULS ist klasse und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, der denkt, dass er dorthin gehörenkönnte. Es lohnt sich auf jeden Fall, selbst wenn man dafür etwas Mut aufbringen muss. Ich hatte meinen ersten Besuch knapp ein Jahr vor meinem outing. Damals gab es das PULS noch gar nicht, sondern nur die Kuckuckseier und ich war noch sehr viel schüchterner und etwas vorbehalten. Gut um ehrlich zu sein war ich nach meinem ersten Besuch ziemlich geschockt. Zwar wurde ich von Jana und Carsten, unsere lieben Betreuer, herzlich empfangen, doch war meine Gedanken- und Gefühlswelt zu verwirrt von falschen Erwartungen und Ängsten. Erstmals sah ich 'richtige' Schwule und Lesben. Und auch schnell wurden all meine Erwartungen zusehens von der Realität vertrieben. Kurz gesagt: damals im 'zarten' Alter von 16 und mit keinerlei Berührungspunkten zu anderen Homosexuellen Menschen, war ich recht verwirrt. Da Sommer war, ich die Realschule abgeschlossen hatte und nun keine dringlicheren Probleme hatte, schluckte ich meine neuen Zweifel herunter und entschied mich ein weiteres mal zu kommen. Bilder aus dem Internet und auch die nette Website hatten mich nicht auf das vorbereitet. Gut, schon bald änderte sich alles und ich fand Gefallen an den schrillen, witzigen, netten, neugierigen... kurz gesagt für mich unglaublich faszinierenden Menschen. Ich warf all meine Zweifel über Bord und ließ mich erstmals auf alles ein. Ich weiß nicht ob meine Eltern, Geschwister oder Freunde merkten wie ich mich veränderte. Das PULS gab mir die Möglichkeit ich selbst zu seien. Etwas, das ich über die Jahre nicht hatte sein können. Ich weiß, es klingt etwas extrem wenn ich sage, ich konnte mich unter keinen Umstände outen und hatte nie die Möglichkeit offen so zu leben wie ich einfach bin... Ja, eine gute Ausrede hab ich nicht. Ich hatte es einfach nie versucht. Ich bin zu ängstlich gewesen. Und das war wohl der Grund, weswegen ich mein Outing so weit hinaus schob.

Ich tat einiges für das PULS. Ich half beim streichen, sauber machen, einrichten, aufbauen. Und dies alles tat ich, ohne das es jemand wusste, dem ich vorher nahe gewesen war. Ausreden, weswegen ich so oft nach Düsseldorf fuhr, fand ich schnell: Freunde besuchen, ins Kino gehen, Geld abheben (das die mir das geglaubt haben...), Einkaufen... Gut, kreativer wurde ich nie. Die einfachste Methode war, zu gehen, wenn sie es nicht merkten. Ich fühlte mich im PULS immer wohl. Ich lernte nette Menschen kennen, stand endlich zu mir selbst und konnte so sein wie ich wollte. Und dies war schließlich der Grund, weswegen ich mich outete. Weil ich bereit war. Weil ich so langsam wusste was ich wollte. Schon doof, das ich so lange dafür gebraucht habe. Aber es war notwendig für mich selbst gewesen. Also entschied ich mich dafür zu handeln. Ich wollte es nicht so machen, wie ich es mir klischeehaft immer vorgestellt hatte: Meine Familie vor mir, all ihre Augen gebannt auf mir liegend, würde ich stammeln; „Mama, Papa, ich bin Schwul." Neinnnnn. Das kam für mich nicht in Frage. Ich wollte es nicht wie ein Problem rüber bringen, sondern wie eine Tatsache, die ich vergessen hatte ihnen zu sagen. Gut, das klingt nicht viel besser, war für mein Gewissen aber leichter zu verkraften.

Ich ging als erstes zu meiner kleinen Schwester (16 Jahre). Bei ihr dauerte es lange. Ich saß auf ihrem Bett, hatte ihr über eine Stunde beim Gitarre spielen zugehört, weil ich mich nicht getraut hatte, sie zu unterbrechen. Aber es war schon spät und ich musste es ihr sagen, bevor sie schlafen ging. Ich verfluchte zu diesem Zeitpunkt, das ich angekündigt hatte mich zu outen. Nun waren es Erwartungen, die ich erfüllen musste. Aber das war falsch, den Druck hätte ich mir nicht auflasten sollen. Zittrig sagte ich ihr, das ich ihr eigentlich etwas sagen musste, es aber nicht so schnell konnte. Sie war sofort bei mir, setzte sich neben mich und war neugierig wie eine Katze die einen Vogel sieht. Ich machte meine Lieblingsmusik an, meinen Lieblingssong, den ich besonders passend fand: hard to explain. Ich erzählte ihr, wie anders ich mich fühlte, wie sinnlos dieses ausweichende Gelaber meinerseits sei und schwieg auch eine beachtliche Zeit. Gott, es fiel mir verflucht schwer die Lippen auseinander zu bekommen und das Wort „Schwul" zu sagen.

Sie war verständnisvoll. Ich erzählte ihr viel, sie hörte zu und fragte nach. Es war perfekt, sie reagierte perfekt und ich war glücklich. Nun waren meine Blicke auch nicht mehr ausweichend und ich hatte eine schwere innere Barriere durchbrochen.

Die zweite, kleinere Schwester (14 Jahre), folgte am darauffolgenden Tag. Bei ihr war es auch schwer, das verfluchte Wort Schwul auszusprechen. Aber ich schaffte es schneller und besser. Bei ihr war es mir wichtig, da sie jung war. Als Schwester, mit der ich immer schön Unfug treiben konnte, erwies sie sich auch jetzt als ausgelassen und fröhlich. Sie war etwas stiller, ruhiger. Sie war mit dem Thema aufgewachsen und es störte sie nicht. Bis dahin war es mir schwer gefallen. Nun aber war ich froh. Es gab keinen Weg zurück mehr. Ich hatte sozusagen eine Brücke eingerissen.

Im PULS bekam ich das Verständnis, das ich brauchte und viele offene Ohren, die mir zuhörten. Besonders um es meinem Vater zu sagen, brauchte ich lange. Ich redete lange mit ihm. Nicht darüber, so weit war ich noch nicht. Nur zwei Tage nach meiner kleine Schwester beschloss ich mich bei ihm zu outen. Da meine Eltern getrennt leben wäre es eigentlich eine Sache des 'Anstandes' gewesen, meine Mutter gleichzeitig einzuweihen, doch das wäre mir zu viel geworden. Meinem Vater erzählte ich es, indem ich ihm sagte, wir hätten ein Männergespräch zu führen. Dabei war er ganz väterlich und setzte sich aufmerksam lauschend mir gegenüber. Ganz fachmännisch erklärte ich ihm, nie wirklich auf Frauen stand und schwul zu sein. Dies brachte ich sehr schnell heraus, so wie es mir empfohlen worden war. Zwar erstaunte es ihn, aber er hatte damit kein Problem. Ich fühlte mich so gut, so vollkommen akzeptiert. Es war kurz gesagt ein tolles Gefühl.

Um es meiner Mutter zu sagen, nahm ich mir Zeit. Viel Zeit. Oft suchte ich den richtigen Moment, verlor jedoch den Mut und quälte mich durch Wochen, in denen ich es herausschreien wollte. Schließlich war es soweit und ich setzte mich ruhig ihr gegenüber. Zwar schwitze ich, trug jedoch einen Pulli um dies zu verbergen. Ich denke, es ihr zu erzählen fiel mir besonders schwer. Nicht, weil ich fürchtete von ihr verstoßen zu werden, denn ich wusste, dass es ihr egal war und sie damit klar kommen würde, sondern weil sie es rundherum verstehen, akzeptieren und gut finden würde und es sich für mich so anfühlt, sie damit zu verraten, da ich es ihr nicht sofort erzählt habe. Es war ungerecht, da ich ihr kein Vertrauen zeigte. Aber trotzdem musste ich da durch. „Mama, du weißt, dass ich dienstags (Jungenabend im PULS) öfter mal weg bin?" ein Nicken. „Und dass ich dir oft keine gute Erklärung gebe." ein Achselzucken. Nun fasste ich mich und schluckte alle Angst hinunter: „ich gehe zu einem Schwul Lesbischen Jungendclub." Ich brach ab, sie lächelte. „Weiter." sagte sie und konnte ein Lachen nicht mehr verbergen. „Mama, ich bin schwul." so sagte ich es ihr. Und danach führten wir noch ein langes Gespräch von wegen Großeltern, Freund mitbringen und so weiter.

Somit wäre mein Outing fast zu Ende. Auch wenn ich es noch nicht meinem älteren Bruder (18 Jahre) gesagt habe, erzählte ich im PULS stolz, das ich nun geoutet sei. Ja, auch vor meinem Bruder. Ich weiß nicht warum ich es tat. Ich war einer der wenigen nicht geouteten. Alle wollten etwas darüber hören. Und ich erzählte gerne. Ich schämte mich sehr zu lügen, besonders weil mir jeder glaubte.

Zwei Wochen später ging ich in das Zimmer meines Bruders, setzte mich auf sein Bett und sprach mit ihm. Er zockte gerade irgendwas, hörte Musik und war on bei Facebook und ICQ. Ihm sagte ich, dass ich mit ihm über etwas sprechen wollte, das aber seltsam klänge, nachdem Worte über Kondome und Gleitcreme gefallen waren (fragt mich nicht warum so etwas bei ihm rum steht...). Doch er war aufmerksam und ich sagte ihm schnell das ich schwul sei. Und egal wie schlecht und unvorbereitet ich es hervorbrachte, war es doch eine Erleichterung. Seine Reaktion fiel auch gut aus. Meine größte Angst, von meinem Bruder nicht akzeptiert zu werde, als Mann und Kumpel, war weg. Denn er sagte, dass es ihm recht egal sei. So kann ich nur noch sagen, dass das PULS mir bei all dem sehr geholfen hat. Erst dort lernte ich genug über mich um sagen zu könne wer ich bin. Selbst wenn man keine Probleme mit dem Outing hatte, ist es doch nie falsch einen Ort wie das PULS aufzusuchen. Einfach um Menschen kennen zu lernen, die genauso sind wie man selber.

Philip, 17 Jahre

PULS: Diskriminierungsfreie Zone

Hi Leute,

ich heiße Lucas bin 20 Jahre alt und besuche seit kurzem das PULS Düsseldorf und sitze im Rollstuhl.

Mein Partner der in Düsseldorf lebt (Ich lebe im Ruhrgebiet) hat mich aufs PULS gebracht. Aber ich reise gerne, wenn es mir zeitlich möglich ist, nach Düsseldorf, um das PULS zu besuchen.

Wenn man zum 1. Mal das PULS besucht wird man sofort in die „PULS Familie“ aufgenommen wir alle die das PULS besuchen sehen uns als Familie! Diskriminierung  gibt es hier nicht!!!

Das PULS ist Rollstuhlgerecht, ihr könnt also die Räume, die sich auf eine Fläche von 200 qm verteilen, nutzen.

Im PULS gibt es

  • Einen Cafebereich (mit fairen Preisen und einem Freigetränk für neue Besucher)
  • Die Möglichkeit zB. Gitarre zu spielen
  • Kicker zu spielen
  • Gesellschaftspiele zu spielen
  • einen Beratungsraum wenn ihr ein Beratungsgespräch mit einem Mitglied des PULS Teams wünscht
  • Einen Multifunktionsraum für Workshops etc.

Ich fühle mich so gut aufgenommen im PULS bishher war ich mit dem PULS Kegeln und beim CSD und war nie benachteiligt.

Ich lege euch das PULS Jugendzentrum für Schwule, Lesben, Bi, Transsexuelle und ihre Freunde (die auch Hetero sein können) im Alter von 14-27 Jahren ans Herz. Alle im PULS sind unheimlich nett und wir freuen uns über neue Gesichter =)

 

Ich hoffe wir sehen uns bald im PULS Düsseldorf in der Corneliusstr. 28

Lucas :-)

 

Mit dem Rollstuhl im PULS Düsseldorf